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25.05.2004
„Qualitätsmanagement
in der Kieferorthopädie"
Dr. Georg Risse
Auf der 77.
Wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für
Kieferorthopädie, DG-KFO, 22.-26. Sept. 2004 in Freiburg, ist das
primäre Hauptthema:
"Qualitätsmanagement in der Kieferorthopädie"
Hierzu wurden folgende Bereiche des Qualitätsmanagements in der Kieferorthopädie vorgegeben:
- Diagnose und Therapie
- Aufwand und Effizienz
- Prozess und Ergebnisqualität
- Sonstige Qualitätsparameter
Zu diesem Themenkomplex wurden vom Institut für Bio-Funktionelle Orthodontie, BFO, drei Vortragsanmeldungen eingereicht:
- "Qualitätsmanagement I:
Die Definition des Behandlungsziels".
- "Qualitätsmanagement II:
Die Definition des orthodontischen
Behandlungsgerätes".
- "Qualitätsmanagement III:
Die Definition der Gesetzmäßigkeit in der
Orthodontie".
Von diesen Vortragsanmeldungen wurde der Beitrag I:
"Qualitätsmanagement I: Die Definition des Behandlungsziels" als Vortrag angenommen.
Die beiden weiteren Beitragsanmeldungen
"konnten aufgrund der zahlreichen Anmeldungen nicht als Vortrag angenommen
werden", wurden aber als Poster akzeptiert, somit inhaltlich anerkannt.
Zur allgemeinen Information
werden die Abstracts der vom Institut für Bio-Funktionelle Orthodontie,
IBO, eingereichten Beiträge veröffentlicht:
Abstract: I
Qualitätsmanagement I:
Die Definition des Behandlungsziels
Autoren: RISSE,
GEORG
Institution: Institut für Bio-Funktionelle Orthodontie, IBO
Fragestellung: Die Grundlage jeglicher Therapie und jeglicher Diagnose bildet die Definition des Behandlungsziels. Es wurde die Frage untersucht: Wie sind die Behandlungsziele in der Kieferorthopädie/Orthodontie definiert.
Material und Methode: Es wurde versucht, die offizielle Definition für Behandlungsziele in der Kieferorthopädie/Orthodontie ausfindig zu machen und darzustellen. Dabei wurden die Definitionen "Kieferorthopädie" gleich "Herausnehmbare Technik" und "Orthodontie" gleich "Festsitzende Technik" unterstellt.
Ergebnisse: Die offiziellen Behandlungsziele in der Kieferorthopädie sind unscharf. Die offiziellen Behandlungsziele in der Orthodontie für die Occlusion und verschiedener Zahnangulationen sind definitiv und gröblichst falsch.
Schlussfolgerungen: Falsche
geometrische Behandlungsziele sind die Grundlagen für eine falsche und
unzureichende Diagnose. Darüber hinaus führen sie zu Zahnangulationen,
welche vielfach unnötige Zahnextraktionen verursachen und durch
Fehlangulation maßgeblich für Parodontalschäden, Rezidive,
Gelenksprobleme und "Migräneerscheinungen" verantwortlich
sind. Falsche Occlusionsvorstellungen führen zu gleichen Ergebnissen,
Schäden und zudem zum Einsatz gerader oder konfektionierter
Standardbögen. Falsche Definitionen des Behandlungszieles rezenter
Orthodontie führen zu unüberschaubarem Missmanagement.
Abstract: II
Qualitätsmanagement II:
Die Definition des orthodontischen Behandlungsgerätes.
Autoren: RISSE,
GEORG
Institution: Institut für Bio-Funktionelle Orthodontie, IBO
Fragestellung: Die Definition des Behandlungsgerätes, besonders in der festsitzenden Multibandbehandlung, entscheidet wesentlich über Möglichkeiten der Therapie und speziell über Qualität, Effektivität, Stabilität, Beherrschbarkeit, Schädigungsart und Ausmaß einer Behandlung. Es ergibt sich somit die Fragestellung, wie ist das "Orthodontische Gerät" definiert?
Material und Methode: Es wurden die offiziellen Vorgaben zur Definition der rezenten Multibandgeräte gesucht und untersucht.
Ergebnisse: Das rezente orthodontische Gerät ist nicht nach dem biologischen Bedarf und nicht nach den Kriterien der Beherrschbarkeit definiert. Das rezente orthodontische Gerät ist weder als Maschine noch als Biomaschine erkannt. Es wurde eine realistische Beschreibung der orthodontischen Maschine entwickelt.
Schlussfolgerungen:
Falsche Voraussetzungen zur Definition des "Orthodontischen
Gerätes" führten zu orthodontischen Materialien, die vielfach als
unbeherrschbar einzustufen sind, zu komplizierten, unüberschaubaren
Zusatzbiegungen oder zu simplifizierenden Automatismen führten. Die
völlige Unausgewogenheit rezenter orthodontischer Maschinen sowie ihrer
Steuerung sind Ursache diverser Körperverletzungen, Rezidive und
Folgeschäden. Es muss daher mehr von Missmanagement als von einem
Qualitätsmanagement rezenter "Orthodontischer Geräte"
gesprochen werden.
Abstract: III
Qualitätsmanagement III:
Die Definition der Gesetzmäßigkeiten in der Orthodontie.
Autoren: RISSE,
GEORG
Institution: Institut für Bio-Funktionelle Orthodontie, IBO
Fragestellung: Die Grundlage jeglicher Therapie ist die genaue Definition der Gesetzmäßigkeiten, nach denen behandelt wird.
Material und Methode: Es wurden die offiziellen Gesetzmäßigkeiten rezenter Orthodontie gesucht und untersucht. Die offiziellen Gesetzmäßigkeiten der rezenten Orthodontie sind: Klassische Physik, Mathematik, Vektorkunde und "Engineering" im biologischen Raum. Es wurden die Gesetzmäßigkeiten des biologischen Raums untersucht.
Ergebnisse: Die Gesetzmäßigkeiten der rezenten Orthodontie entsprechen nicht dem Bedarf. Der Gesetzesbereich der klassischen Physik ist nicht auf den Gesetzesbereich der Biologie zu übertragen. Die rezente orthodontische Behandlung wird durch den Begriff "Bio-Mechanik" definiert. Der Schwerpunkt lag bislang auf Mechanik und ihrem Gesetzesbereich. Paradigmenwechsel in den USA, Council on Education (COE), 2003, definieren den Schwerpunkt auf "Bio" und den biochemischen Gesetzesbereich. Das Institut für Bio-Funktionelle Orthodontie, IBO, und die Fachvereinigung Deutscher Kieferorthopäden definieren darüber hinaus noch die Funktion als integratives Moment der Orthodontie.
Schlussfolgerungen:
Mit der Anwendung falscher Gesetzesbereiche wurden völlig falsche
Reaktionen erwartet und falsche Steuerungsmechanismen eingesetzt, welche
die Grundlage für vielfältige Schädigungen, Rezidive und
Folgeschäden bildet. Die Anwendung falscher Gesetzmäßigkeiten führt
zu unbrauchbaren wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen,
Therapieformen und diversen Behandlungsfehlern und Missverständnissen
sowie Missmanagement.
Zum Thema:
Qualitätsmanagement II:
Die Definition des orthodontischen Behandlungsgerätes.
Der Leser möge sich seine
eigenen Gedanken darüber machen, wie er die implantierten Einzelteile:
Brackets, Bögen, Fixierungselemente definiert, und ob "Gerät",
"Behelf", "Apparat" eine ausreichende Definition für
das "orthodontische Gerät" ist. Zur Hilfestellung wird die
Definition Jarabaks beigefügt: "Work performing machine"
- "Arbeit verrichtende Maschine". Eine Arbeit verrichtende
Maschine ist naturgemäß mit Energie geladen – in der Orthodontie mit
Spannenergie. Die rezente Orthodontie spricht hingegen nur von
"Kraft" und "Kraftvektoren".
- Wo findet der Leser die prozessuale Verbindung zwischen Kraft, Kraftvektor und Energie, Spannenergie, Reibungsenergieformen, Bewegung, Bewegungsausmaß, Zellstimulation, Knochenab- und Knochenaufbau?
- Ist die orthodontische
Maschine eine reine mechanische Maschine, oder ist sie eine
biologische Maschine, da durch das Implantieren die orthodontischen
Einzelteile eine Funktionseinheit mit dem Parodontium und dem Knochen
darstellt?
- Was hat die Slotgröße
und die Drahtdimension zur Definition einer orthodontischen Maschine
zu bedeuten?
- Was bedeutet "Clearance",
Spiel eines Drahtes im Slot, in Verbindung mit der Definition der
orthodontischen Maschine?
- Ist eine orthodontische Maschine mit einem automatisierten, nicht gestaltbaren Draht das gleiche "Gerät" wie eine orthodontische Maschine mit einem dicken rigiden Stahldraht?
- Finden Sie, dass das "orthodontische Gerät" überhaupt definiert ist?
- Glauben Sie, dass
Wissenschaft und Praxis mit einem nicht definierten Gerät, welches
als eine hochinvasive biologische Maschine wirkt, geordnet praktiziert
werden kann?
- Kann man es
nachvollziehen, dass dieses zentrale Thema von der DG-KFO für das
Qualitätsmanagement "nur als Poster berücksichtigt werden
konnte"?
Zum Thema III: "Qualitätsmanagement III:
Die Definition der Gesetzmäßigkeit in der Orthodontie."
Seit 1999 weise ich die
Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie, DG-KFO, mit meinen
Vortragsanmeldungen auf gravierende Grundsatzfehler in der Orthodontie
hin, so auch mit meiner Vortragsanmeldung zur 73. Wissenschaftliche
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie,
Düsseldorf, 2000, welche dann seinerzeit als Poster mit dem Titel
"Fixed Functional Orthodontics – F.F.O." zugelassen wurde.
Ergebnisse dieser
Untersuchung von 2000:
- Die
wissenschaftlich-technische Basis von "Contemporary
Orthodontics" hat sehr fragliche Ansätze ( u.a. Kraft/Klassische
Physik/Dualität) und wendet u.a. überholte Lehrmeinungen an mit
Folgen für: Entwicklung, Verständnis, Handhabbarkeit, Wissenschaft.
Es ergeben sich hieraus Schädigungsmöglichkeiten bei der Anwendung
dieser orthodontischen Produkte.
- Die wissenschaftliche
Basis von "Contemporary Orthodontics" entspricht nicht
biologischen Grundprinzipien nach Roux und widerspricht auch den
deutschen Lehrmeinungen für Funktionskieferorthopädie.
- Statistik: Seit 1993
hat sich kein Patient, der über die verschiedenen Edgewise-Techniken
aufgeklärt wurde, für eine der bislang üblichen Techniken ("Contemporary
Orthodontics") mit "rigid force control" im .018er oder
.022er inch Slot und "dicken Drähten" entschieden. Nach
Abschluss der Behandlung mit der F.F.O.-Risse-Technik wäre eine
Behandlung mit "Contemporary Orthodontics" nicht mehr
vermittelbar gewesen.
Auch international trug ich
die vielfältigen gravierenden Grundsatzmängel in der Orthodontie vor:
Nur ein Beispiel meiner
zahlreichen Präsentationen über Paradigmenwechsel von der AAO und
WFO-Tagung 2000 in den USA:
Abstract:
"Fixed
Functional Orthodontics, a Change of Traditional Paradigm in Orthodontics”,
Risse, Georg, 48143 Münster / Germany
- The objective of this
study is to introduce a new edgewise-technique, leaving the
traditional paradigm of using appliances as biologic antagonists on
the basis of mere Newtonian laws. In order to approximate to biologic
demands, we have to integrate some more essential laws of "Fuzzy
Logic", "Laws of Complex Systems" and the opportunity
of "self optimizing systems" into our mechanical system in
order to utilize coupled phenomena. All these findings in the
different disciplines lead to the application of more "passive
forces" as Roux - Andresen, Häupl, Kusy, Proffit et. al. are
requiring.
- The method used is a
reduced edgewise slot with the size of .016 x .020 and wires with
sizes of .010 x .020 till .014 x .020.
- Results demonstrate
that this composition causes a controlled amount of freedom of the
wires in the slot and adequate flexibility supports a maximum of
individual precision of positioning and settling in cooperation with
individual function.
- This technique is
superior in getting precise individual functional results, in biologic
response, in quality and time, in reduction of damage and especially
in a considerable reduction of pain. Hereby the acceptance of this
technique by patients and parents within a test period of 7 years was
that high, that no patient decided for traditional techniques any more."
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