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Kieferorthopädie / Orthodontie
 

Kurzübersicht für den Patientenkreis
 

Schief-stehende Zähne sind das erste und auffälligste Zeichen für eine Fehlentwicklung verschiedener Entwicklungsprozesse

  • der Knochenteile,
     
  • der darauf nachwachsenden Zähne,
     
  • und der dazugehörenden Muskelgruppen, welche die Zahnposition und die Lage der Knochenteile zueinander koordiniert und stimuliert.
     

Hieraus wird sehr schnell die Bedeutung und die Beeinflussbarkeit der Entwicklung nach der Geburt offenbar.

Negative Einflüsse wie Lutschen, falsche Zungeneinlagerung, u.s.w. gestalten den Entwicklungsprozess erheblich.

Genauso intensiv kann der Kieferorthopäde mit ähnlichen Mitteln, geeigneten Muskeltrainingsübungen, Aufklärung und Geräten das Wachstum der Gesichtsknochen und der Zähne so lenken, dass ein ästhetisches Profil, saubere Aussprache und eine kräftige Verzahnung für ein strahlendes Lachen wie gute Nahrungszerkleinerung entstehen.
  

Daher allgemeine Faustregeln:

  • Scheuen Sie sich nicht, in jedem Altersabschnitt Ihren Kieferorthopäden aufzusuchen. Jedes Alter, auch nach abgeschlossenem Wachstum, hat seine spezifische Zahn- und Kieferprobleme für die Kaufunktion, für Parodontose, Gelenksprobleme und Gesichtsschmerzen, wie auch für die richtige Ausrichtung gekippter Zähne für Brücken. Ein kieferorthopädisch / orthodontischer Eingriff kann in jedem Alter sinnvoll sein und helfen.
     
  • Da speziell während des Wachstums erhebliche Veränderungen folgen, ist es immer wichtig - wie im normalen Leben auch - den "Anfängen zu wehren" und anfänglich kleinere Fehler nicht "ins Kraut wachsen zu lassen."
     
  • Daher ist ein Besuch beim Kieferorthopäden mit ca. 4 Jahren durchaus nicht abwegig. Bestimmte Fehlentwicklungen mit schweren Folgen haben hier bereits ihren Ursprung. Jedoch auch im fortgeschrittenen Alter mit starken Zahnlockerungen ist der Weg zum Kieferorthopäden unbedingt zu empfehlen,
     
  • auch vor jeder Brückenkonstruktion, da gekippte Zähne keine gute Verankerung für Brücken sind.

     

In der Kieferorthopädie unterscheidet man verschiedene Hilfsmittel, 
welche zur Behandlung eingesetzt werden:

  1. Die Gruppe der herausnehmbaren Geräte.
     
  2. Die Gruppe der festsitzenden Geräte.
     
  3. Myofunktionelle Begleitübungen.
     

Zu 3:
Myofunktionelle Begleitübungen sind beim jungen Patienten von besonderer
Bedeutung und werden zur Zeit überwiegend von Logopäden, Sprachtherapeuten übernommen. Auch beschäftigen sich immer mehr Kieferorthopäden mit der sog. Myofunktionstherapie - Muskelfunktionstherapie, dem richtigen Schluckmuster und der richtigen Muskelkoordination des Mundraumes, da dieser Bereich entscheidend für die spätere Stabilität einer kieferorthopädischen Behandlung ist.
 

Zu 1 und 2:
Die apparative Behandlung geschieht mit herausnehmbaren und festsitzenden Geräten.

Herausnehmbare Geräte sind mehr für einen frühen Behandlungsbeginn - schon mit ca. 6 Jahren oder gar früher möglich. Auch sind sie hilfreich in Verbindung mit Zungen und Muskelfunktionsübungen.

Jedoch auch eine vorübergehende Beeinflussung (ca. 3-6 Monate) mit festsitzenden Geräten ist sehr günstig und besonders effektiv im frühen Wechselgebiss mit 7 Jahren oder teilweise mit dem 8. oder 9. Lebensjahr, da mit Teilbebänderungen sehr effektiv eine Steuerung des weiteren Zahnwechsels eingeleitet werden kann. Sehr häufig können hierdurch Behandlungen mit Extraktionen von bleibenden Zähnen vermieden werden. Auf keinen Fall sollte man kieferorthopädische Behandlungen nur auf das bleibende Gebiss verweisen. Dann wird häufig eine gute Profilgestaltung und eine Vermeidung von Extraktion bleibender Zähne immer schwieriger, da immer weniger Wachstum vorhanden ist.
 
 

Eine Grundlegende Faustregel sollte immer beherzigt werden:

  • Mit ca. 8 Jahren sollte auf jeden Fall bei irgendwelchen Unsicherheiten ein Kieferorthopäde zur Beratung aufgesucht werden.

Herausnehmbare Geräte haben Vor- und Nachteile, ebenso wie festsitzende Geräte. Während die Geräte und Lehrmeinungen bezüglich der herausnehmbaren Technik weitestgehend ausgereift sind, befindet sich die Behandlung mit festsitzenden Geräten immer noch in einem turbulenten Entwicklungsprozess, wobei zur Zeit weltweit über einen Lehrmeinungswechsel - weg von bisher üblichen starren Methoden - hin zu neuen Materialien und Techniken und neuen Behandlungsmethoden - stattfindet. Zum näheren Verständnis hierfür sind die folgenden fachspezifischeren Seiten einzusehen.

  

Hier kurz die grobe Richtung:

Die bislang - und zur Zeit noch am weitesten verbreitete orthodontische (festsitzende) Technik wird mit großen Systemen und dicken Arbeitsbögen nach strengen physikalischen Gesetzmässigkeiten der sog. Klassischen Physik durchgeführt.

Da hiermit überwiegend artifizielle Werte, individuellen, biologischen Strukturen aufgezwungen werden, sind Schmerzen und Wurzelschäden unproportional hoch. Daher wurden immer neue Legierungen und Materialien als Anpassung an grobe mechanische Vorgaben entwickelt. Diese Techniken, und Systeme verursachen nach neuester wissenschaftlicher Standortbestimmung noch immer zu große Probleme und iatrogene Schäden, weswegen auch das Gesundheitsministerium sich hiermit beschäftigt.

Eine Neue Richtung in der Orthodontie orientiert sich dagegen an individuellen biologischen Bedürfnissen, verändert die Vorgaben grober Systeme, nutzt "gekoppelte Phänomene" und behandelt auf der Basis neuer physikalischer Entwicklungen der sog. "Neuen Physik", Relativität, Flexibilität und neuen Techniken. Diese neuen Methoden entsprechen weit mehr biologischen Vorgängen und verursachen weniger Schmerzen und weniger Wurzelschäden und erreichen eine weitaus höhere individuelle Präzision. Dabei verwendet "diese Neue Orthodontie" hochelastische, dünnere Vierkantdrähte und Arbeitsbögen und ist damit dialogfähiger und biokompatibler. Auch ist diese neue Technik für den Behandler wesentlich einfacher zu handhaben und ist für die Krankenkasse deutlich wirtschaftlicher, da die biologischen Abläufe schneller erfolgen, die Blutzufuhr gar nicht erst durch zu große Kräfte abgequetscht wird und gezielter behandelt werden kann.

Diese sog. "Neue Orthodontie" gilt als Paradigmawechsel, (Lehrmeinungswechsel) -, Chicago 2000.

Auch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) beschäftigt sich mit einer neuen Normung für die Orthodontie (Feste Klammern).
...siehe BMG

 

Wichtig für alle Patienten:

"Bänder" "Bräckets" sind festinstallierte, hochinvasive, aktivierte Maschinen, welche die gesamte Kaufunktion und das Profil eines Menschen für sein ganzes Leben verändern!
Bevor Sie als Patient eine kieferorthopädische Behandlung beginnen, lassen Sie sich daher von Ihrem Kieferorthopäden genau aufklären, welche der verschiedenen festsitzenden Methoden der Behandler bei Ihnen anwenden will!
Dicke Drähte sind nun einmal auf kleinem Raum schlechter zu justieren als feine dünne Drähte!
 

Kosten einer Behandlung

Kieferorthopädische Kosten werden bis zum 18. Lebensjahr bis auf wenige Ausnahmen von den Krankenkassen übernommen.
 

Ausnahme 1) sog. geringfügige Anomalien.

Hier liegt jedoch ein für die Krankenasse kostenträchtiger Systemfehler durch zu "harte Ausgrenzung" vor, da auch durch kleine Verzahnungsfehler unglaublich langwierige und stark verbreitete Krankheiten verursacht werden können wie: Migräne oder Gesichtsverspannungen, Nackenschmerzen und auch Parodontose durch Fehl- und Überbelastung. Diese Erkrankungen können häufig durch einfache orthodontische Maßnahmen verhindert oder dauerhaft beseitigt werden. Patienten mit diesen Krankheitsbildern durchlaufen häufig die verschiedensten medizinischen Fachbereiche, verursachen dort erhebliche Kosten und erfahren häufig nur eine vorübergehende Linderung.
 

Ausnahme 2) Stichtag Alter.

Was mit 17 Jahren und 11 Monaten noch als Krankheit definiert wird , und die Kosten bis dahin auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, ist beim selben Fall - einen Monat später eingereicht - keine Krankheit für die gesetzlichen Krankenkassen mehr. - Bis auf ganz wenige Ausnahmen werden dann keine Kosten mehr für neu begonnene kieferorthopädische Fälle übernommen. Über diese Ausnahmeregelungen informieren Sie sich am besten bei Ihrem Kieferorthopäden.

Sollten sie also noch vor dem 18. Lebensjahr Fehlstellungen feststellen oder auch unter Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, "Ohrenschmerzen", oder Tinnitus, leiden, so sollten Sie auf jeden Fall noch rechtzeitig einen Kieferorthopäden aufsuchen!!
 

Dauer eine kieferorthopädischen Behandlung.

Eine kieferorthopädisch/orthodontische Behandlung kann von 3 Monaten bis zu 3-4 Jahre dauern, je nach Schwierigkeitsgrad und je nach Zahnfehlstellungsproblematik oder Wachstumsproblematik. Eine kombinierte Anomalie aus Wachstumsproblemen und Zahnfehlstellungsproblemen dauert immer länger, da eine Verwachsung mit dem noch vorhandenen Restwachstum ausgeglichen werden muss. Hierbei kommt es sinnvoller weise in der Regel zum Einsatz von herausnehmbaren und festsitzenden Geräten.

Festsitzende Geräte sind somit hochaktiv während des Wachstums, und darüber hinaus im bleibenden Gebiss.

Wer sich nun intensiver mit der hochinteressanten Kieferorthopädie - Orthodontie beschäftigen will, kann nun die eingehendere folgende Literatur studieren.
 

 Zur Seite mit Fallbeispielen (Fotos)
 

                 

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